Bobrujsk: Aus "Nanny" wird eine Tagesstätte

Wie kam es dazu?
Ausgangslage war, dass viele betroffene Mütter (meistens Alleinerziehende) an der Grenze ihrer Belastbarkeit sind und sich alleine um ihre Kinder mit speziellen Bedürfnissen kümmern müssen.

In einer ersten Phase wurde ein Entlastungs-Dienst organisiert. Aus den eigenen Reihen der Mütter von schwerbehinderten Jugendlichen wurde die regelmässige Entlastung für andere Mütter für einige Stunden in deren Wohnungen vereinbart.  Als einen besonderen Erfolg verstehen wir, dass die Mütter seither selbst Initiative entwickeln und seit November 2015 dabei sind, sich selbst zu organisieren. Gleichzeitig erwies es sich als notwendig, die Mütter weiterzubilden, was wir durch gezielte Weiterbildung gemacht haben.

Bereits seit 5 Jahren sind wir als gemeinnütziger Verein "LIFEELINE.help", in Bobrujsk (Belarus) mit unserem humanitären Projekt für mehrfach schwerstbehinderte Jugendliche engagiert.  

Unser Projekt ist ein integrales, Stufe um Stufe aufbauendes Programm mit dem Ziel eine Tagesstätte für diese Jugendlichen aufzubauen. Dies in Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner Belapdimi/Hope, die lokale Behindertenorganisation.

Angefangen haben wir praktisch und direkt nutzbringend mit der Einführung von Hippotherapie. Dann initiierten und unterstützten wir den Aufbau eines festen Zeltes mitten in der Stadt.  Ziel war es die Hippotherapie auch im Winter zu ermöglichen und therapeutische Kontinuität zu sichern.

Gleichzeitig etablierten wir:

  1. ein "Nanny-Projekt", in dem Mütter von Behinderten andere Mütter zeitweise entlasten. Ziel war es, die bislang völlig symbiotischen Beziehungen zwischen Müttern und ihren Jugendlichen zu lockern, Entlastung zu bieten, das gegenseitige Vertrauen zu entwickeln, als Vorbereitung der Bereitschaft der Mütter ihre Jugendlichen in eine Tagesstätte zu geben, und um auch die grosse herrschende soziale Isolation (Tabuisierung in der Gesellschaft) aufzubrechen. Dieses Projekt ist mittlerweile sehr erfolgreich.
  2. Dazu bildeten wir u.a. 10 Nannys aus und organisierten für sie zwei Kinästhetik-Kurse, um ihnen den physischen Umgang mit Behinderten Jugendlichen aus therapeutischer Sicht näherzubringen.
  3. Wir richteten eine Ludothek ein, die einzige in Bobrujsk und
  4. Wir schenkten der Behindertenorganisation einen Bus für Behindertentransporte.
  5. Wir finanzierten ein jährliches Summercamp für ca. 20 Familien mit Behinderten. Um eine Erholung zu bieten, aber auch um das gegenseitige Vertrauen zu erhöhen.

Wir bauen und renovieren

Zusammen mit den betroffenen Müttern sind wir derzeit mit der Renovation einer Örtlichkeit, zentral gelegen in der Stadt – unserer zukünftigen Tagesstätte – beschäftigt. Wir haben sie von der Stadt gemietet und ist geplant für den Besuch von 30 Behinderten/Woche.

Bald ist es soweit – am 28. Juni 2019 wird unsere Tagesstätte in Bobrujsk eröffnet.
Der Bürgermeister und Svetlana Petrovna (Mogilev) werden u.a. dabei sein. 

Selbstverständlich werden wir die nächsten Jahre weiter dranbleiben, mit Aus- und Weiterbildung, Weiterentwicklung etc.